Was ist Dekubitus? Ursachen, Anzeichen und Vorbeugung

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  • Beitrag zuletzt geändert am:25. Juni 2026
  • Beitrags-Kategorie:Alltag / Pflege
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Nach einem Krankenhausaufenthalt kann sich der Alltag schnell verändern. Vielleicht verbringt ein Angehöriger plötzlich deutlich mehr Zeit im Bett, im Sessel oder im Rollstuhl. Das Aufstehen fällt schwer, ein Positionswechsel gelingt nur mit Unterstützung oder dieselbe Körperstelle liegt lange auf. In solchen Situationen ist es sinnvoll, genauer hinzusehen. Langes Liegen oder Sitzen kann die Haut und das darunterliegende Gewebe belasten – besonders dann, wenn Bewegung nur eingeschränkt möglich ist. Angehörige und Betroffene fragen sich dann häufig: Was ist Dekubitus? Und was lässt sich im Alltag tun, um Druckstellen früh zu erkennen und möglichst zu vermeiden?

Dieser Ratgeber erklärt Ihnen, wie ein Druckgeschwür entsteht, woran Sie mögliche Warnzeichen erkennen und welche Maßnahmen im Alltag sinnvoll sein können. Er dient der Information und Orientierung. Bestehende oder verdächtige Hautveränderungen gehören in ärztliche oder pflegefachliche Hände und sollten nicht selbst behandelt werden.

Was ist Dekubitus?

Als Dekubitus wird eine örtlich begrenzte Schädigung der Haut bezeichnet, die auch tiefer liegendes Gewebe betreffen kann. Weitere Begriffe sind Druckgeschwür, Dekubitalgeschwür oder Wundliegegeschwür. Besonders häufig entsteht ein Dekubitus an Stellen, an denen Knochen nah unter der Haut liegen und beim Liegen oder Sitzen dauerhaft Druck auf die Unterlage ausüben.

Dazu gehören beim Liegen vor allem Hinterkopf, Schulterblätter, Wirbelsäule, Ellenbogen, Kreuzbein, Steißbein, Hüften, Knie, Knöchel und Fersen. Bei langem Sitzen sind häufig Gesäß, Sitzbeinhöcker, Steißbein, Rücken, Schulterblätter und Fersen gefährdet. Ein Druckgeschwür kann schmerzhaft sein. Manche Betroffene nehmen Druck oder Schmerzen jedoch eingeschränkt wahr, etwa durch eine neurologische Erkrankung, Lähmung, Demenz oder bestimmte Medikamente.

Unbehandelt kann ein Dekubitus zu einer tiefen, infektionsanfälligen Wunde werden. Nicht jede Rötung bedeutet automatisch einen Dekubitus. Hält eine Veränderung jedoch an oder kommen weitere Auffälligkeiten hinzu, sollte sie professionell beurteilt werden.

Druckstellen
Druckstellen

Warum anhaltender Druck problematisch ist

Die wichtigste Ursache ist Druck, der über längere Zeit auf dieselbe Körperstelle wirkt. Bleibt die Belastung bestehen, kann die Durchblutung des Gewebes beeinträchtigt werden. Dann gelangen Sauerstoff und Nährstoffe nicht mehr ausreichend an die betroffene Stelle; Haut und Gewebe können Schaden nehmen.

Gesunde Menschen verändern ihre Position meist unbewusst: Sie drehen sich im Bett, rutschen auf dem Stuhl ein Stück nach oder verlagern ihr Gewicht. Bei Pflegebedürftigkeit, nach einer Operation, bei Lähmungen oder starker Schwäche ist das oft nicht oder nur eingeschränkt möglich. Auch Schmerzen, Müdigkeit oder Beruhigungsmittel können dazu beitragen, dass solche Entlastungsbewegungen seltener erfolgen.

Neben Druck spielen Reibung und Scherkräfte eine Rolle. Reibung kann entstehen, wenn die Haut beim Umlagern über ein Laken oder beim Transfer über eine Sitzfläche gezogen wird. Scherkräfte wirken zum Beispiel dann, wenn jemand im Bett nach unten rutscht, die Haut aber an der Unterlage haften bleibt. Transfers und Positionswechsel sollten deshalb möglichst hautschonend erfolgen und bei Bedarf fachlich angeleitet werden.

Druckstellen
Druckstellen

Wer ein erhöhtes Dekubitusrisiko hat

Ein erhöhtes Risiko besteht vor allem bei eingeschränkter Mobilität. Das kann nach einem Krankenhausaufenthalt, bei Bettlägerigkeit, nach einem Schlaganfall, bei Lähmungen, starken Schmerzen oder in Phasen großer Schwäche der Fall sein. Auch Menschen, die über viele Stunden im Rollstuhl, im Pflegesessel oder im Bett verbringen, benötigen eine auf ihre Situation abgestimmte Beobachtung und Druckentlastung.

Weitere Dekubitus Risikofaktoren können hinzukommen. Dazu zählen ein eingeschränktes Schmerz- oder Druckempfinden, Durchblutungsstörungen, Diabetes, sehr empfindliche oder vorgeschädigte Haut sowie ein schlechter Ernährungszustand. Feuchtigkeit durch Schweiß, Urin oder Stuhl kann die Haut zusätzlich aufweichen. Unbeabsichtigter Gewichtsverlust kann ebenfalls relevant sein, weil Knochen stärker hervortreten und die natürliche Polsterung abnimmt.

Wichtig ist immer die Gesamtsituation. Nicht jede Person mit einem einzelnen Risikofaktor entwickelt einen Dekubitus. Mehrere Belastungen können sich jedoch gegenseitig verstärken.

Dekubitus erkennen: Erste Anzeichen nicht übersehen

Ein Dekubitus beginnt nicht immer mit einer offenen Stelle. Häufig zeigen sich zunächst Veränderungen, die leicht zu übersehen sind – insbesondere an Körperstellen, die Betroffene selbst nicht sehen können. Prüfen Sie gefährdete Regionen deshalb regelmäßig bei der Körperpflege oder beim An- und Ausziehen.

Frühe Warnzeichen auf der Haut

Achten Sie nicht nur auf die Hautfarbe, sondern auch auf Temperatur, Festigkeit und Empfindlichkeit. Warnzeichen können sein:

  • Eine Rötung, Verfärbung oder auffällig dunklere Stelle, die nach einer Druckentlastung bestehen bleibt. Bei dunkler Haut können Veränderungen eher als andersfarbige Bereiche auffallen.
  • Eine Stelle, die wärmer oder kälter, härter oder weicher wirkt als die umgebende Haut. Auch Brennen, Druckschmerz, Juckreiz, Blasen, Abschürfungen oder nässende Bereiche gehören abgeklärt.

Bei weiter fortgeschrittenen Druckgeschwüren können tiefere Wunden, abgestorbenes Gewebe oder sichtbare Strukturen unter der Haut auftreten. Eine auffällige Hautstelle sollte zeitnah ärztlich oder pflegefachlich eingeschätzt werden, wenn sie trotz Entlastung bestehen bleibt, größer wird, schmerzhaft ist oder nässt. Das gilt auch bei unangenehmem Geruch sowie bei deutlich geröteter, warmer oder geschwollener Haut rund um eine Wunde.

Bei Fieber, plötzlich zunehmenden Schmerzen, Verwirrtheit oder einem deutlich schlechteren Allgemeinzustand ist eine rasche ärztliche Abklärung besonders wichtig. Besteht bereits ein Druckgeschwür, gehören Wundbehandlung und die weitere Druckentlastung in fachkundige Hände. Verwenden Sie keine Hausmittel, aggressiven Reinigungsmittel oder neuen Salben auf eigene Initiative.

Dekubitus-Kategorien im Überblick

Fachpersonen unterscheiden häufig vier Schweregrade. Die Einteilung in Kategorien hilft dabei, das Ausmaß eines Druckgeschwürs zu beschreiben. Eine verlässliche Einschätzung sollte immer durch einen Arzt oder eine Pflegefachkraft erfolgen.

KategorieHaut- und GewebeschädigungMögliche AnzeichenWas wichtig ist
Dekubitus 1 Die Haut ist noch intakt.Eine umschriebene Rötung oder Verfärbung bleibt trotz Druckentlastung bestehen. Die Stelle kann wärmer oder kälter, härter oder weicher sein und schmerzen oder brennen.Die Stelle konsequent entlasten und zeitnah fachlich einschätzen lassen.
Dekubitus 2Die oberste Hautschicht ist geschädigt.Es können Blasen, Abschürfungen oder flache, offene Hautstellen sichtbar sein.Die Haut ist bereits verletzlich und infektionsanfällig. Eine fachliche Beurteilung und geeignete Wundversorgung sind notwendig.
Dekubitus 3Die Haut ist vollständig geschädigt, auch das Unterhautfettgewebe kann betroffen sein.Sichtbar ist meist eine tiefere, offene Wunde. Wundbeläge oder abgestorbenes Gewebe können vorkommen. Muskeln, Sehnen und Knochen liegen noch nicht frei.Die Wunde muss ärztlich oder pflegefachlich versorgt werden. Eine konsequente Druckentlastung ist besonders wichtig.
Dekubitus 4Die Schädigung reicht tief in das Gewebe. Muskeln, Sehnen oder Knochen können betroffen oder sichtbar sein.Es handelt sich um eine tiefe Wunde, teilweise mit abgestorbenem Gewebe.Eine rasche ärztliche Behandlung und eng abgestimmte Wundversorgung sind erforderlich.

Nicht jede Wunde lässt sich sofort eindeutig einer Kategorie zuordnen. Ist die Wundtiefe durch Beläge oder abgestorbenes Gewebe verdeckt, oder besteht der Verdacht auf eine tiefe Gewebeschädigung unter zunächst intakter Haut, sollte die Einschätzung ausschließlich durch Fachpersonen erfolgen.

Dekubitus Grade
Dekubitus Grade

Dekubitus vorbeugen: Druckentlastung passend zum Alltag planen

Eine wirksame Dekubitusprophylaxe ist immer individuell. Sie richtet sich danach, wie beweglich die Person ist, welche Körperstellen besonders gefährdet sind, wie lange jemand sitzt oder liegt und welche Unterstützung im Alltag vorhanden ist.

Umlagern und Bewegung bei Dekubitus

Jede sichere Bewegung hilft, Druck neu zu verteilen. Das kann bedeuten, sich im Bett anders zu positionieren, sich aufzusetzen, das Gewicht im Rollstuhl zu verlagern oder – wenn möglich – aufzustehen und kurze Wege zu gehen. Auch angeleitete Bewegungsübungen im Bett können sinnvoll sein, wenn sie zur körperlichen Situation passen.

Reicht die Eigenbewegung nicht aus, sind unterstützte Lagewechsel und Positionierungen wichtig. Wie oft eine Position verändert werden sollte, lässt sich nicht pauschal festlegen. Das richtet sich unter anderem nach Hautzustand, Beweglichkeit, Druckempfinden, Unterlage und persönlichem Risiko. Beobachten Sie, welche Positionen gut vertragen werden, und passen Sie die Unterstützung bei Veränderungen an.

Beim Umlagern und Umsetzen sollte die Haut möglichst nicht über die Unterlage gezogen werden. Rutschbretter, Gleitmatten oder andere Transferhilfen können Reibung und Scherkräfte verringern, wenn sie korrekt eingesetzt werden. Eine Einweisung durch Pflegefachpersonen, Physiotherapie oder Ergotherapie kann hier sehr entlastend sein.

Anti-Dekubitus-Hilfsmittel

Anti-Dekubitus-Hilfsmittel können eine individuelle Pflegeplanung sinnvoll ergänzen. Sie verteilen Druck, erleichtern die Positionierung oder unterstützen eine entlastende Sitz- und Liegeposition. Sie sind jedoch keine Garantie gegen Druckgeschwüre und ersetzen weder Mobilisation noch Hautbeobachtung oder fachliche Beratung.

Antidekubitus-Matratzen und Matratzenauflagen

Wenn längeres Liegen im Bett unvermeidbar ist, kann eine druckverteilende Matratze oder Matratzenauflage hilfreich sein. Im rehashop finden Sie beispielsweise die KUBIVENT Anti-Dekubitus-Matratze Compact für Situationen mit niedrigem bis mittlerem Dekubitusrisiko. Die KUBIVENT Anti-Dekubitus-Matratze Conform mit Inkontinenzbezug kann eine Option sein, wenn neben der Druckentlastung auch ein pflegegeeigneter Bezug wichtig ist. Bei einem erhöhten Risiko und besonderen Anforderungen an Belastbarkeit und Liegefläche kann die KUBIVENT Anti-Dekubitus-Matratze DECU-P15 in die Beratung einbezogen werden. Welche Matratze passt, hängt immer auch von Körpergewicht, Bettmaß, Mobilität und Hautzustand ab.

Wechseldrucksysteme bei eingeschränkter Eigenbewegung

Wenn eine Person ihre Position kaum selbst verändert, können Wechseldrucksysteme ergänzend infrage kommen. Das NOVACARE ASX Wechseldrucksystem ist ein Auflagesystem, das auf einer geeigneten Matratze genutzt wird und die Druckverteilung über Luftzellen verändert. Wahl, Einstellung und Nutzung sollten sich am individuellen Bedarf orientieren und fachlich begleitet werden.

Sitzkissen für Rollstuhl und Sessel

Wenn langes Sitzen im Rollstuhl oder Sessel unvermeidbar ist, kann ein passend ausgewähltes Sitzkissen die Druckverteilung unterstützen. Das ANTAR Anti-Dekubitus Gel-Schaum Rollstuhlkissen kombiniert Gel und viskoelastischen Schaum und kann auf ebenen Sitzflächen eingesetzt werden. Entscheidend sind die richtige Größe, eine stabile Sitzposition und die regelmäßige Kontrolle, ob das Kissen noch passend liegt.

Fersen gezielt entlasten

Fersen benötigen besondere Aufmerksamkeit, weil sie beim Liegen oft dauerhaft aufliegen. Der NOVACARE Fersenschoner ist als Polster für Fersen und Knöchel gedacht. Eine Fersenentlastungshilfe sollte so eingesetzt werden, dass keine neuen Druckstellen entstehen. Prüfen Sie daher Sitz, Haut und Komfort regelmäßig.

Pflegebetten, Einlegerahmen und Aufstehhilfen

Wenn Aufstehen, Aufsetzen oder Umpositionieren im Bett schwerfallen, können ein elektrisch verstellbares Pflegebett oder Bettzubehör mehr Eigenbewegung ermöglichen. Das BURMEIER Pflegebett Dali kann mit seiner verstellbaren Liegefläche und Höhenverstellung den Pflegealltag erleichtern. Für ein vorhandenes Bett kann ein elektrisch verstellbarer Einlegerahmen wie der BURMEIER Lippe IV eine Alternative sein. Ein Bettgriff wie der REHASTAGE Mobi-Rail kann beim sicheren Aufstehen unterstützen, wenn seine Eignung für Bett, Person und Wohnumfeld zuvor geprüft wurde.

Frau mit Dekubitus

Gründliche Hygiene

Saubere, trockene und möglichst intakte Haut ist weniger anfällig für zusätzliche Belastungen. Bei der täglichen Pflege sollten Schweiß, Ausscheidungen und Wundsekret möglichst zeitnah und hautschonend entfernt werden. Verwenden Sie milde, gut verträgliche Produkte und vermeiden Sie kräftiges Reiben.

Bei Inkontinenz ist ein verlässliches Vorgehen wichtig: saugende Hilfsmittel sollten regelmäßig gewechselt, die Haut sanft gereinigt und anschließend sorgfältig getrocknet werden. Feuchtigkeitsschutz kann sinnvoll sein, sollte jedoch zum Hautzustand passen. Bestehen bereits Rötungen, nässende Stellen oder offene Wunden, holen Sie vor dem Einsatz neuer Produkte ärztlichen oder pflegefachlichen Rat ein.

Hautpflege

Eine gute Hautpflege unterstützt die natürliche Schutzfunktion der Haut. Was geeignet ist, hängt stark vom Zustand der Haut ab. Häufig sind pH-hautneutrale, parfümarme Produkte eine verträgliche Wahl. Vermeiden Sie starke Reibung, alkoholhaltige Produkte auf gereizter Haut und intensive Massagen über gefährdeten Knochenvorsprüngen.

Hautschutz- und Pflegeprodukte können Feuchtigkeit regulieren oder empfindliche Haut pflegen. Sie dürfen jedoch nicht dazu verleiten, eine bestehende Druckstelle selbst zu behandeln. Bei auffälliger Haut, Schmerzen oder offenen Bereichen sollte immer eine fachliche Einschätzung erfolgen.

Ausgewogene Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung allein verhindert keinen Dekubitus. Sie kann jedoch helfen, den allgemeinen Zustand und die Hautgesundheit zu unterstützen. Achten Sie auf ausreichende Energie- und Eiweißzufuhr, abwechslungsreiche Mahlzeiten und genügend Flüssigkeit, sofern medizinisch nichts dagegen spricht.

Nimmt eine Person ungewollt ab, isst oder trinkt deutlich weniger oder bestehen Schluckbeschwerden, sollte das frühzeitig angesprochen werden. Arztpraxis, Pflegefachkraft oder Ernährungsberatung können beurteilen, welche Unterstützung sinnvoll ist. Nahrungsergänzungen oder Trinknahrung sollten nur nach fachlicher Rücksprache eingesetzt werden.

Wie wird Dekubitus behandelt?

Besteht der Verdacht auf einen Dekubitus, sollte die betroffene Stelle möglichst früh ärztlich oder pflegefachlich beurteilt werden. Je nach Tiefe, Größe, Wundzustand und allgemeiner Verfassung der betroffenen Person kann die Behandlung unterschiedlich aussehen. Eine Selbstbehandlung mit Hausmitteln, Salben oder Desinfektionsmitteln ist nicht empfehlenswert.

Im Mittelpunkt steht zunächst die konsequente Druckentlastung. Die betroffene Körperstelle sollte so gelagert werden, dass möglichst kein weiterer Druck darauf wirkt. Welche Positionen geeignet sind und wie die Druckentlastung im Alltag umgesetzt werden kann, sollte individuell mit einer Pflegefachkraft oder dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.

Hat sich der Dekubitus schon entwickelt, ist eine entsprechende Wundversorgung vorzunehmen. Die Druckgeschwüre sollten unbedingt von einem Arzt gesichtet werden und die Behandlungsmaßnahmen mit diesem besprochen werden. Ihr Arzt wird sich bei der Versorgung ihrer Wunde daran orientieren, wie weit fortgeschritten der Dekubitus ist und entsprechende Maßnahmen empfehlen.

Wenn die Wunde noch sehr klein ist, genügt es meist, die Wunde mit einem Verband abzudecken. Spezielle Hydrokolloid- und Alginatverbände verhindern das Austrocknen der Wunde und schaffen ein für die Heilung wichtiges feuchtes Klima.

In weiter fortgeschrittenen Stadien von Dekubitus müssen chirurgische Schritte eingeleitet werden. Schließlich kann sich bereits abgestorbenes Gewebe in der Wunde befinden. Dieses muss der Arzt operativ entfernen, um die Wunde anschließend säubern und eine mögliche Infektion ausschließen zu können.

Hat sich das Druckgeschwür bereits so weit verbreitet, dass Muskeln und Knochen betroffen sind, sind umfassendere chirurgische Eingriffe nötig. Der Arzt muss das Geschwür komplett und manchmal auch Teile vom Knochen entfernen sowie die offene Stellen schließen. Bei großflächigen Gewebe- und Muskelschädigungen sind dazu Hauttransplantationen erforderlich, um den Gewebsdefekt vollständig zu verschließen.

Aufmerksamkeit und passende Unterstützung machen den Unterschied

Ein Dekubitus entsteht meist nicht plötzlich, sondern entwickelt sich aus einer längeren Belastungssituation. Je früher Risiken erkannt und Veränderungen ernst genommen werden, desto besser lassen sich Druckstellen vermeiden oder frühzeitig professionell versorgen.

Achten Sie auf Beweglichkeit, Hautveränderungen und Situationen, in denen Druck, Feuchtigkeit oder Reibung dauerhaft wirken können. Hilfsmittel wie Antidekubitus-Matratzen, Wechseldrucksysteme, Sitzkissen, Fersenschoner oder Pflegebetten können den Pflegealltag sinnvoll unterstützen.

Günter

Hallo, ich bin Günter. Ob Pflegebett oder Aufstehsessel – ich berate Sie, wie Sie mit den richtigen Hilfsmitteln den Alltag erleichtern und Ihre Lebensqualität verbessern können.